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50 Jahre Fatima-Madonna: |
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Marienverehrung in der Erzdiözese Köln 1954 - 2004 |
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Von Christoph Buchen |
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Im Jahr 1954 wurde in der gesamten Erzdiözese Köln die
Madonna von Fatima in einer Weise verehrt, wie sie vorher in einer ähnlichen
Größe noch nicht da gewesen sein dürfte. Vor genau 50 Jahren, am 9. April
1954, erfolgte von Lissabon aus die Überführung der blumengeschmückten
Fatima-Madonna nach Deutschland mit der portugiesischen Militärmaschine
„Santa Maria“. Der Kölner Weihbischof Dr. Cleven
nahm sie auf dem Flughafen Frankfurt/Main in Empfang. Am gleichen Tag krönte
Kardinal Frings die Statue noch, nach einer telegrafisch gegebenen
Sondererlaubnis aus Rom, in Anwesenheit des päpstlichen Nuntius im Kölner
Dom. An diesem Festakt nahmen etwa 10.000 Menschen teil. |
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Von dort kam die Madonnenstatue in verschiedene Klöster
der Erzdiözese, so zu den Klarissen, Benediktinerinnen, Kartäusern und
zuletzt, am 28. April 1954, zum Kölner Karmel, von
wo sie am Abend des 30. April in einer feierlichen Lichterprozession
von Männern zum Dom geleitet und so zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt
wurde. In den Tagen bis zum 9. Mai kamen die katholischen Verbände und
Organisationen in den Dom, um die Gottesmutter zu grüßen. Besondere Stunden
waren den Kranken vorbehalten. Für die Gestaltung der Betstunden hatte
Theodor Schnitzler, der Gestalter des damaligen Diözesangebetbuches, ein
besonderes „Marien Wallfahrtsbüchlein“ zusammengestellt. |
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Anfang 1954 war die Marienstatue von einem
portugiesischen Künstler aus der Nähe von Fatima im Auftrag des damaligen
Kölner Erzbischofs Josef Kardinal Frings aus Zedernholz geschnitzt worden.
Der damals amtierende Bischof von Fatima, Jose Correia
da Silva, hatte die Madonna am 12. März 1954 im Bischofshaus in Leiria gesegnet. |
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Nunmehr sollte von Mai bis Dezember 1954 die Madonna
während einer „Peregrinatio Mariae“
(Pilgerfahrt Mariens) durch die Dekanate und
Pfarreien der Erzdiözese Köln getragen werden, und tatsächlich haben
hunderttausende Gläubige sie dabei tief verehrt. |
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Über 300 Pfarreien hatten damals um den Besuch der in
einem weißen Mantel gehüllten Fatima-Madonna gebeten. Wie die Statue in den
Pfarreien verehrt wurde, soll am Beispiel von Morsbach geschildert werden. Im
August 1954 kam die Statue auch nach Morsbach und Alzen.
Kolpingsöhne nahmen sie an der Gemeindegrenze in Empfang und trugen sie in
einer feierlichen Lichterprozession durch die
Straßen des Ortes zur Pfarrkirche „St. Gertrud“. |
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Der damalige Dechant Karl Strack, mehreren Musikkapellen,
eine Reitergruppe, über 4.000 Gläubige sowie blumengeschmückte Personenwagen
mit den kranken und alten Mitbürgern begleiteten die
Statue. Das Gotteshaus konnte nicht alle Besucher fassen, so dass viele
keinen Einlaß fanden. Für sie wurden die
Feierlichkeiten, bestehend aus Andacht, Predigt, Betstunde und Mitternachtsmesse,
an denen auch Weihbischof Dr. Cleven teilnahm, über
Lautsprecher nach draußen übertragen. Die Schlußfeier
auf dem Kirchplatz am nächsten Tag wurde umrahmt von Liedvorträgen Morsbacher Gesangvereine und Musikkapellen sowie lauten
Böllerschüssen. |
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Vom 9.-11. Dezember 1954 war die Fatima-Madonna wieder zu
einem Schlußtriduum im Kölner Dom, bevor sie dann
zum endgültigen Verbleib in die Gemeinde Morsbach kam. Auf Bitten des
ersten Seelsorgers von Alzen, Rektor Wilhelm
Antons, und Dechant Karl Strack schenkte nämlich Kardinal Frings die Statue
der Morsbacher Pfarrgemeinde für die Filialkirche Alzen. Rektor Antons war vorher Sekretär bei Weihbischof
Dr. Cleven gewesen; Kardinal Frings und Dechant
Strack waren Studienfreunde. Weihbischof Dr. Cleven
hatte am 22. August 1954, am Fest des Unbefleckten Herzens Mariä, die neue Kirche in Alzen
konsekriert, an dem Tag, an dem die Fatima-Madonna auf ihrem Weg durch die
Erzdiözese gerade zum ersten Mal in dem kleinen Dorf bei Morsbach weilte. |
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Schließlich wurde also die Madonna am Tag vor Weihnachten
1954 aus dem Kölner Dom unmittelbar in die Morsbacher
Basilika gebracht. Über die feierliche Überführung der Statue der
Fatima-Madonna von Morsbach nach Alzen vor fast 50
Jahren berichtet Pfarrer Karl Strack in der Morsbacher
Pfarrchronik wie folgt: |
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„Sonntag, 2. Januar 1955: Es war ein kalter Wintertag.
Als das Bild aus der Kirche heraus getragen wurde, fiel ein feiner Schnee.
Bald war die ganze Gegend in eine herrliche Schneelandschaft verwandelt. Als
die Prozession vor Alzen ankam, brach die
untergehende Sonne aus den Wolken hervor, ein prächtiger Anblick. Seine
Eminenz, Herr Kardinal Frings, hatte es sich nicht nehmen lassen, selbst an
der Feier teilzunehmen und in einer Ansprache die Madonna feierlich der
Pfarrgemeinde Morsbach für die Filialkirche Alzen
zu treuen Händen zu übergeben.“ |
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Rund 5.000 Gläubige nahmen an der Überführung von
Morsbach nach Alzen teil und geleiteten die Statue
über die drei Kilometer lange Strecke den Berg hinauf. Die ganze Strecke
schmückten Tannenbäume und eine Reihe von hohen Triumphbögen. In einer
feierlichen Andacht übergab Kardinal Frings das Marienbild den Alzenern als Geschenk mit der einzigen Einschränkung,
dass es nicht ohne Einwilligung des Erzbischofs von dort fortgegeben
werden dürfe. Aufstellung fand die Madonna bis heute auf einem kleinen
Seitenaltar am linken Seitenschiff der Herz-Mariä-Kirche.
Seitdem ist Alzen Ziel vieler Beter, die in der
Stille der Kirche der Gottesmutter ihre Freuden und Sorgen anvertrauen und
sie um ihre Fürsprache bitten. Alzen ist zu einem
weit über die Grenzen des Dekanates hinaus bekannten Marien-Wallfahrtsort
geworden. Höhepunkte der Verehrung sind die an jedem 13. eines Monats
stattfindenden Fatima-Feiern sowie die zusätzlichen Lichterprozessionen
jeweils am 13. Mai und 13. Oktober. |
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Nicht selten nahmen über 1.000 Pilger an den abendlichen Lichterprozessionen durch den Ort teil. In einem Bericht
aus dem Jahr 1961 heißt es: „Alzen hatte wieder
sein Festtagsgewand angelegt. Fahnen und unzählige Kerzen auf den
Fensterbänken säumten den Weg der Lichterprozession.
Die Herz-Mariä-Kirche prangte im Blumenschmuck.
Eine brennende Kerze in der Hand zogen die Pilger durch die engen Straßen,
während das Gnadenbild in einer endlos scheinenden Prozessionsschlange von vier
Kolpingsöhnen durch den Ort getragen wurde. Zu Ehren der Gottesmutter klangen
alte Marienlieder durch die nächtliche Stille. |
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Bereits vor dem Auszug der Lichterprozession
hatten viele Pilger nach der Aussetzung des Allerheiligsten im
Rosenkranzgebet vor der Madonna gekniet. Danach wurde das Madonnenbild zum
Hochaltar getragen und hier in einem Meer von Blumen und im Glanz vieler
Kerzen aufgestellt. Die Feier endete mit dem sakramentalen Segen.“ |
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Viele bekannte Geistliche haben im Lauf der Jahrzehnte an
den Fatimafeiern in Alzen teilgenommen. Zum
30jährigen Jubiläum war im Januar 1985 eigens der portugiesische Bischof von Leiria-Fatima, Alberto Cosme do
Amaral, nach Alzen
gekommen. Weiter haben Bischof Franz Hoenen aus
Zaire, Weihbischof Klaus Dick, Bischof Vitus Chang
aus China, der Benediktinerabt von Siegburg, Dr.
Placidus Mittler, der Marienstatter Cisterzienserabt Dr. Thomas Denter
sowie der indische Bischof Dr. Benedict Jacob Alzen
besucht, um nur einige Namen zu nennen. Alzen
rüstet sich derzeit für den 50. Jahrestag der Überführung der Fatima-Madonna
am 2. Januar 2005. |
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